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Ratgeber · Überleben und Scheitern

Warum die meisten Krypto-Projekte scheitern

Das Scheitern ist hier der Normalfall, nicht die Ausnahme.

Wer nur die Überlebenden sieht, hält Erfolg für wahrscheinlicher, als er ist.

Die Projekte, die verschwinden, hinterlassen keine Spur in deinem Feed.

Wer heute in den Kryptomarkt schaut, sieht Bitcoin, Ethereum und ein paar Dutzend bekannte Namen. Was er nicht sieht, sind die Millionen Projekte, die im selben Zeitraum gestartet und wieder verschwunden sind.

Dieses unsichtbare Feld ist größer, als die meisten vermuten. Und es ist in den letzten drei Jahren um ein Vielfaches gewachsen.

Schreibtisch von oben mit Laptop, Tablet und Diagrammen, darüber ein roter Stempel mit der Aufschrift Project Failed

Die Größenordnung

Das Ausmaß hat sich verändert

Dass Projekte scheitern, ist nicht neu. Neu ist die Geschwindigkeit. Auswertungen von Marktdatenanbietern zeigen für die vergangenen drei Jahre eine Entwicklung, die mit den Zahlen davor nichts mehr zu tun hat.

Gescheiterte Krypto-Projekte je Jahr 2023 wurden rund 245.000 Projekte als gescheitert eingestuft, 2024 rund 1,38 Millionen und 2025 rund 11,6 Millionen. Der Anstieg ist um ein Vielfaches steiler als in den Jahren davor. 2023 245.000 2024 1,38 Mio. 2025 11,6 Mio. Als gescheitert gilt ein Projekt mit weniger als tausend Dollar Handelsvolumen in drei Monaten.
Allein im letzten Quartal 2025 verschwanden im Schnitt rund 83.700 Projekte pro Tag.

Über einen längeren Zeitraum betrachtet liegt die Ausfallquote bei über der Hälfte. Von allem, was seit 2021 gestartet wurde, gilt heute etwa jedes zweite Projekt als tot oder inaktiv.

Der Grund für den Sprung

Ein Token zu erzeugen wurde trivial

Der Anstieg auf Millionen hat weniger mit dem Markt zu tun als mit einer technischen Entwicklung. Plattformen, die das Erstellen eines Tokens auf wenige Klicks reduzieren, haben die Hürde praktisch beseitigt. Man braucht kein Team, keine Idee und keine Programmierkenntnisse mehr.

Die Folge war absehbar: Täglich entstanden tausende neue Token, die meisten davon ohne jeden Anspruch, länger als ein paar Stunden zu existieren.

Das ist kein Marktversagen. Es ist die Statistik einer Fabrik, die Wegwerfprodukte herstellt, gemischt in dieselbe Zahl wie ernsthafte Projekte.

Für die Einordnung heißt das zweierlei. Die Millionenzahlen wirken dramatischer, als sie für ernsthafte Projekte sind. Und gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit, in dieser Menge zufällig auf etwas Tragfähiges zu stoßen, kleiner geworden, nicht größer.

Der Denkfehler

Du siehst nur die Überlebenden

Der wichtigste Punkt dieser Seite ist keine Zahl, sondern eine Wahrnehmungsfrage.

Wer sich heute über Krypto informiert, sieht die Projekte, die es geschafft haben. Sie haben Websites, Communities, Berichterstattung. Die gescheiterten haben nichts davon. Ihre Kanäle sind still, ihre Seiten offline, ihre Namen vergessen.

Sichtbare und unsichtbare Projekte Sichtbar sind die wenigen Projekte, die überlebt haben. Unsichtbar bleibt die weit größere Zahl derer, die verschwunden sind, weil sie keine Spuren hinterlassen. WAS DU SIEHST WAS DU NICHT SIEHST Beide Gruppen sahen zum Zeitpunkt ihres Starts ähnlich vielversprechend aus.

Daraus entsteht eine verzerrte Erwartung. Man vergleicht die eigene Entscheidung unbewusst mit den Beispielen, die man kennt, und das sind ausschließlich die geglückten.

Besonders tückisch ist dabei: Zum Zeitpunkt des Starts sahen viele der später gescheiterten Projekte genauso überzeugend aus. Sie hatten Whitepaper, Teams, Ankündigungen und Anhänger.

Die Ursachen

Woran Projekte tatsächlich scheitern

In den Auswertungen tauchen vier Muster auf. Nur eines davon hat mit Absicht zu tun.

Es benutzt niemand

Der häufigste Fall. Kein Zusammenbruch, kein Skandal, nur nachlassendes Interesse, bis niemand mehr handelt.

Das Geld oder die Zeit geht aus

Entwicklung dauert länger als geplant. Wenn die Finanzierung endet, bevor etwas Nutzbares existiert, löst sich das Team auf.

Es war nie ernst gemeint

Von Anfang an als Scherz oder als Betrug angelegt. Nach der Welle von 2017 stellten sich hunderte Vorhaben als solche heraus.

Ein anderes war schneller

Auch gute Ideen scheitern, wenn ein konkurrierendes Netzwerk zuerst genug Nutzer und Entwickler anzieht.

Nur die dritte Gruppe hat mit Betrug zu tun. Die anderen drei sind das, was in jeder jungen Branche passiert.

Was das nicht heißt

Eine hohe Ausfallquote ist kein Urteil über die Technologie

In den ersten Jahren des Internets entstanden und verschwanden tausende Unternehmen. Dass die meisten davon scheiterten, hat weder das Internet widerlegt noch die überlebenden Unternehmen kleiner gemacht.

Dasselbe gilt hier. Die Ausfallquote sagt etwas über die Auswahl eines einzelnen Projekts aus, nichts über die Technologie insgesamt. Beides wird regelmäßig verwechselt, in beide Richtungen.

Die nützliche Frage lautet deshalb nicht, ob ein Projekt steigen wird, sondern ob es in fünf Jahren überhaupt noch existiert.

Diese Frage ist unbequemer, aber sie lässt sich wenigstens teilweise beantworten. Ob es Nutzung gibt, ob ein Team erkennbar ist, ob überhaupt jemand einen Grund hätte, das Projekt zu verwenden. Nichts davon garantiert Erfolg. Aber es sortiert einen großen Teil dessen aus, was in den Statistiken oben landet.

Weiter im System

Vom Verstehen ins Handeln

Dass Scheitern der Normalfall ist, weißt du jetzt. Wie du ein einzelnes Projekt daraufhin prüfst, findest du hier.

Quellen und Einordnung

Zahlen zu gescheiterten Projekten nach Auswertungen von CoinGecko, wiedergegeben in öffentlich zugänglicher Berichterstattung, Stand Anfang 2026. Als gescheitert gilt dort ein Projekt mit einem Handelsvolumen unter tausend Dollar über drei Monate. Die Zahlen umfassen auch Token ohne ernsthaften Anspruch und sind deshalb nicht mit der Zahl gescheiterter Unternehmen vergleichbar.

Die Inhalte von Ready4nexxt wurden sorgfältig recherchiert und dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Sie stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar und bewerten keine einzelnen Projekte. Alle Entscheidungen erfolgen eigenverantwortlich. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wird keine Gewähr übernommen.

Inhaltlicher Stand: August 2026