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Österreich · Stand August 2026

Krypto tauschen: warum ein Swap in Österreich keinen Steuerfall auslöst

Bitcoin in Ethereum tauschen, und das Finanzamt will nichts. Das klingt für viele zu gut, um wahr zu sein, weil sie deutsche Ratgeber gelesen haben. In Österreich ist es die geltende Regel. Diese Seite zeigt, wie weit sie reicht und wo sie endet.

Deine Tauschvorgänge einordnen

Der Steuer Check trennt Tauschvorgänge von echten Realisierungen und führt die Anschaffungskosten korrekt fort.

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Der Tausch verschiebt, er realisiert nicht

Seit der Neuregelung behandelt Österreich den Tausch einer Kryptowährung gegen eine andere als steuerneutralen Vorgang. Es entsteht kein Gewinn und kein Verlust, obwohl sich der Wert deines Bestands zwischen Kauf und Tausch verändert hat.

Der Grund ist eine einfache Idee: Du bist aus der Anlageklasse nicht ausgestiegen. Statt abzurechnen, wandern deine ursprünglichen Anschaffungskosten auf die neue Währung mit. Der Steuerfall wird nicht erlassen, er wird verschoben. Er kommt in dem Moment, in dem du tatsächlich aussteigst.

Tausch in Österreich und in Deutschland im Vergleich In Österreich wandern die Anschaffungskosten beim Tausch auf die neue Währung mit, es entsteht kein Steuerfall. In Deutschland gilt der Tausch als Veräußerung und löst einen Steuerfall aus. ÖSTERREICH Coin A Einstand 1.000 € Tausch Coin B Einstand bleibt 1.000 € Verkauf Jetzt 27,5 % Ein Steuerfall, am Ende DEUTSCHLAND Coin A Einstand 1.000 € Tausch Steuerfall schon hier Verkauf Zweiter Steuerfall neue Haltefrist ab Tausch Gleiche Vorgänge, zwei völlig verschiedene Ergebnisse.
Wer aktiv umschichtet, sammelt in Deutschland bei jedem Swap einen Steuerfall an. In Österreich bleibt es bei einem, nämlich beim Ausstieg.

Wo die Regel endet

Steuerneutral ist der Tausch nur zwischen Kryptowährungen. Sobald du die Anlageklasse verlässt, wird abgerechnet, ganz gleich, wie die Plattform den Vorgang nennt.

Coin gegen Coin

Neutral. Es macht keinen Unterschied, ob der Tausch auf einer Börse oder über eine dezentrale Anwendung stattfindet.

Coin gegen Euro

Realisierung. Hier greift die Besteuerung, auch wenn das Geld auf der Börse liegen bleibt und nicht auf dein Konto geht.

Coin gegen Ware

Realisierung. Wer mit Krypto bezahlt, verkauft im steuerlichen Sinn. Das gilt auch für Dienstleistungen.

Coin gegen NFT

Gesonderte Beurteilung. Ein NFT ist keine Kryptowährung im Sinne der Regelung, dieser Fall gehört mit einer Steuerberatung geklärt.

Eine wichtige Ausnahme betrifft Altbestand. Wer Coins tauscht, die vor dem 1. März 2021 angeschafft wurden, verliert deren Status. Was du zurückbekommst, gilt als Neubestand und unterliegt beim späteren Verkauf den 27,5 Prozent. Der Tausch selbst löst keine Steuer aus, aber die Steuerfreiheit des Altbestands ist damit weg.

Deshalb gilt für Altbestand die umgekehrte Empfehlung wie sonst: getrennt halten, am besten in einer eigenen Wallet, und nicht umschichten, solange man den Vorteil behalten will.

Stablecoins gelten in der Regel ebenfalls als Kryptowährungen. Der Tausch von Bitcoin in einen Euro- oder Dollar-Stablecoin ist damit üblicherweise kein Ausstieg, obwohl es sich wie einer anfühlt. Weil hier viel vom Einzelfall abhängt, ist das eine der Fragen, die du vor einer größeren Umschichtung klären solltest.

Warum dein Börsenexport das anders sieht

Und hier beginnt das praktische Problem. Fast jede Börse arbeitet international und bildet einen Swap technisch als zwei Vorgänge ab: einen Verkauf von Coin A und einen Kauf von Coin B. In der Exportdatei stehen also zwei Zeilen, von denen eine wie eine Realisierung aussieht.

Wer diese Datei ungeprüft weiterverarbeitet, erzeugt Gewinne, die es steuerlich nicht gibt. Bei einem aktiven Jahr mit vielen Umschichtungen ist der Unterschied erheblich.

Deshalb ist die Arbeit hier keine Rechenarbeit, sondern Zuordnung: Jede Zeile braucht die richtige Einordnung, bevor gerechnet wird. Genau an dieser Stelle setzt der Steuer Check an.

Wie derselbe Vorgang an verschiedenen Stellen aussieht
VorgangSo steht es im ExportSo ist es in Österreich
BTC in ETH getauschtVerkauf BTC, Kauf ETHEin neutraler Tausch, Einstand wandert mit
BTC in StablecoinVerkauf BTCIn der Regel ebenfalls neutral
BTC in EuroVerkauf BTCRealisierung, 27,5 % auf den Gewinn
Gebühr in einem dritten CoinEigene Zeile ohne BezugGehört dem Vorgang zugeordnet

Fünf Fehler rund um den Tausch

  1. Swaps gar nicht aufzeichnenKein Steuerfall heißt nicht keine Aufzeichnung. Der Einstand muss sauber weitergeführt werden, sonst fehlt er beim späteren Verkauf.
  2. Den Stablecoin als Ausstieg behandelnWer in einen Stablecoin geht, um Ruhe zu haben, hat steuerlich meist nichts realisiert. Das kann angenehm oder unerwünscht sein.
  3. Deutsche Regeln übernehmenIn Deutschland löst jeder Swap eine Veräußerung aus und startet eine neue Haltefrist. Wer das auf Österreich überträgt, versteuert Vorgänge, die hier keine sind.
  4. Altbestand umschichtenWer vor dem 1. März 2021 gekaufte Coins tauscht, verliert deren Steuerfreiheit dauerhaft. Der Tausch kostet nichts, aber der Status ist weg.
  5. Die Verwahrungseinheit ignorierenDer Einstand wandert innerhalb derselben Verwahrung mit. Wer denselben Coin auf mehreren Plattformen hält, führt getrennte Durchschnitte.

Häufige Fragen

Muss ich einen Tausch von Bitcoin in Ethereum versteuern?

In Österreich löst der Tausch zwischen zwei Kryptowährungen keine Besteuerung aus. Die Anschaffungskosten werden auf die erhaltene Währung übertragen, der Steuerfall entsteht erst beim späteren Verkauf gegen Euro.

Gilt das auch für Tauschvorgänge auf dezentralen Plattformen?

Die steuerliche Einordnung hängt am Vorgang, nicht an der Plattform. Ein Swap bleibt ein Swap. Praktisch ist der Unterschied, dass dir dort niemand einen Jahresreport liefert, du also selbst aufzeichnen musst.

Was ist mit dem Tausch in einen Stablecoin?

Stablecoins werden in der Regel ebenfalls als Kryptowährungen behandelt, der Tausch ist damit üblicherweise neutral. Bei größeren Beträgen lohnt eine Rückfrage bei einer spezialisierten Steuerberatung.

Was passiert mit Altbestand, wenn ich ihn tausche?

Der Tausch selbst löst keine Steuer aus, aber der Altbestandsstatus geht verloren. Die erhaltene Kryptowährung gilt als Neubestand und unterliegt beim späteren Verkauf gegen Euro dem Satz von 27,5 Prozent. Wer diesen Vorteil behalten will, hält Altbestand getrennt und schichtet ihn nicht um.

Muss ich Swaps trotzdem dokumentieren?

Ja. Ohne lückenlose Aufzeichnung lässt sich der fortgeführte Einstand später nicht belegen. Fehlt er, wird die Berechnung beim Verkauf ungenau oder im Zweifel zu deinen Ungunsten.

Was passiert, wenn ich mit Krypto etwas bezahle?

Das gilt als Realisierung. Die Bezahlung mit Krypto wird behandelt wie ein Verkauf, der Gewinn ergibt sich aus dem Wert zum Zeitpunkt der Zahlung abzüglich der Anschaffungskosten.

Offizielle Primärquellen: BMF Österreich: Steuerliche Behandlung von Kryptowährungen

Quellen und Einordnung

  • Bundesministerium für Finanzen (BMF), Informationen zur Besteuerung von Kryptowährungen
  • Einkommensteuergesetz, §27a und §27b
  • Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Merkblätter zur Kryptobesteuerung

Diese Seite dient der allgemeinen Information und Bildung. Sie stellt keine Steuerberatung, Anlageberatung oder Rechtsberatung dar. Die dargestellten Regeln sind vereinfacht und können den Einzelfall nicht abbilden. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wird keine Gewähr übernommen. Alle Entscheidungen erfolgen eigenverantwortlich.

Inhaltlicher Stand: August 2026